Trump: unfassbar!

Selbst mit ein paar Tagen Abstand: Es ist unfassbar, was in den USA gerade passiert ist. Es ist unfassbar, dass jemand mit Hass, Diffamierung und unhaltbaren Versprechen als einzigen Programmpunkten Präsident werden kann.

Es ist unfassbar, aber nicht überraschend. Unfassbare Sieger wie Trump sind möglich, wo Fakten und Respekt bei breiten Teilen der Bevölkerung nichts mehr gelten, sie sind möglich, wo breite Teile der Bevölkerung einfachste Zusammenhänge nicht erkennen. Also überall. Überall heissen die Sieger dann Blocher, Petry, Le Pen und eben Trump.

Unfassbar ist allerdings auch, was sich rund um diese Wahl beobachten liess und lässt. Dabei geht es in erster Linie um das Verhalten der Medien. Aber nicht nur. Es geht auch darum, wie sich Linke, insbesondere linke Frauen, positioniert haben. Es geht darum, wie man sich über Trumps Stil empört, aber selber jeden Respekt vermissen lässt.

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Sandro Brotz wird persönlich

«Rundschau»-Moderator Sandro Brotz äussert sich auf Facebook zur Kritik an seiner Syrien/Assad-Sendung. Und wird persönlich. Über mich schreibt er:

Ein Tiefflieger war hingegen Stefan Schaer, der sonst gerne die offizielle 9/11-Theorie in Zweifel stellt, und für Infosperber den syrischen Machthaber lobte („Er tat dies selbstsicher überzeugend“) und den kleinen Schweizer runtermachte („während Brotz einen überforderten Eindruck machte“).

Über die Rückmeldungen in diversen Zeitungen (unter anderen: 1, 2) schreibt er:

Die persönlichen Angriffe kann ich unterdessen nach bald 5 Jahren Rundschau ausschalten. Wer gebührenfinanziertes Fernsehen macht, wird von Besserwissern, Heuchlern und Neidern begleitet – gerade aus der eigenen Zunft. Das müssen wir, die den Kopf raushalten, aushalten können.

Arrivierte Medienjournalisten wie Rainer Stadler und Kurt W. Zimmermann sind für Brotz «Besserwisser, Heuchler und Neider», ich bin ein «Tiefflieger», dessen Untauglichkeit man mit der 9/11-Keule belegen muss. Mit Verlaub Herr Brotz: Das klingt nicht danach, als könnten Sie persönliche Angriffe tatsächlich «ausschalten».

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Constantin Seibt:
Bullshit am Laufmeter

Constantin Seibt hat einen offenen Brief verfasst. Einen Aufruf an alle Amerikaner in der Schweiz, Hillary Clinton und nicht Donald Trump zum neuen Präsidenten der USA zu wählen. So weit, so okay. Das Problem an Seibts Text ist nicht, dass er für die eine Seite Stellung bezieht. Das ist richtig und wichtig. Das Problem ist, wie er es tut und wie er mit der Kritik an seinem Text umgeht.

Seibts endlos lange Schwärmerei für die USA ist voller Klischees und voller Kitsch. Vor allem aber enthält sie keinerlei Reflexion dessen, was US-Politik in der Welt anrichtet, wer Hillary Clinton ist und wofür sie steht.

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«Rundschau»: SRF-Propaganda
versus Assad-Propaganda

SRF fällt seit Längerem durch einseitige Berichterstattung auf, wenn es um Konflikte mit NATO/US-Beteiligung geht. Das ist nicht nur ein persönliches Gefühl, sondern der Eindruck vieler Zuschauer. Zudem ist die Einseitigkeit anhand von vier Sendungen wissenschaftlich belegt.

Viele dürften deshalb dem Interview von «Rundschau»-Moderator Sandro Brotz mit dem syrischen Machthaber Bashar al-Assad wenig optimistisch entgegengesehen haben. Und tatsächlich – SRF tat genau das, was man nicht tun soll: Einem Diktator eine Plattform geben, seine Äusserungen einseitig «widerlegen» und den Zuschauer ohne die nötigen Hintergrundinformationen im Regen stehen lassen.

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Credit Suisse: schwere
Beratungsfehler – mindestens

2011 offerierte die Credit Suisse ihren Kunden, wertlose Lehman Brothers-Papiere zu bündeln und an Dritte zu vermitteln. Wer einstieg, erzielte zwischen 21 und 31 Prozent der verlorenen Summe. «Immerhin» werden sich viele gedacht haben. Das Problem: Wer die Titel im Depot beliess, erhält seit 2012 Lehman-Liquidationszahlungen. Diese haben bis heute rund das Doppelte der 2011er-Verkaufsrunde eingebracht.

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9/11: Gefangen im Meinungskorridor

25 Jahre Internet haben deutliche Spuren hinterlassen ­– auch bezüglich Diskussionskultur. Der Korridor der erlaubten Meinungen wird enger und enger, insbesondere bei Medienschaffenden. Ganz besonders spürbar ist das im Diskurs um 9/11.

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Constantin Seibt: deprimierend normal

Constantin Seibt zu lesen, ist stets ein Vergnügen, stets lehrreich. Seibt ist mehr als ein hervorragender Schreiber, er bringt Probleme auf den Punkt, er findet überraschende Ansätze, er erzählt seine Geschichten anders als alle Anderen.

Gerade weil Seibt eigentlich so gut ist, ist sein Text über US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton so erschreckend, so deprimierend und so exemplarisch dafür, wie vernebelt unsere Sicht auf die Welt in den letzten Jahren geworden ist.

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Roger Köppel: Ein Selbstsüchtiger
steigert die Dosis

Hermann Göring war die Nummer 2 in Adolf Hitlers Reich. Er war für die Errichtung der ersten Konzentrationslager ab 1933 verantwortlich, 1941 erteilte er höchstpersönlich den Auftrag zur Endlösung der Judenfrage. Er war ein Intellektueller, der abscheulichste Verbrechen plante und umsetzte.

Und: Göring zeigte keinerlei Reue. «Wenigstens zwölf Jahre anständig gelebt» soll er 1945 gesagt haben, als ihn die Alliierten verhafteten. Später, im Gefängnis, soll er davon ausgegangen sein, dass die Nachwelt den Nazis Anerkennung zollen werde. Einem US-Psychologen soll Göring gesagt haben: «Ihr werdet unsere Knochen in Marmorsärge betten.» Selbst im Rahmen der Nürnberger Prozesse, als es um sein eigenes Leben ging, zeigte er sich unbelehrbar.

Göring ist eine der zentralen Figuren des 2. Weltkriegs, des notabene bestuntersuchten und -dokumentierten Ereignisses der Geschichte. Seine Rolle steht also nicht zur Debatte – möchte man meinen. SVP-Nationalrat und Weltwoche-Chef Roger Köppel sieht das weniger eng. Er widmet Göring einen Grossteil seines jüngsten Editorials. Herausgekommen ist ein Text, den man nur als schändlichen Revisionismus bezeichnen kann.

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Nennen wir das Kind beim Namen:
SVP = rechtsextrem

Der Abstimmungskampf zur Durchsetzungsinitiative der SVP geht in die heisse Phase. Eines ist bereits klar geworden: Bei den Exponenten der SVP ist kaum Milde auszumachen, auch wenn einzelne bezüglich der Umsetzung der Initiative plötzlich Diskussionswille signalisieren.

Das langfristige Ziel: Deregulierung in (fast) allen Bereichen

Wer geglaubt hat, die SVP werde sich, bloss weil sie wieder über zwei Bundesräte verfügt, in den nächsten Monaten und Jahren mässigen, muss sich Naivität vorwerfen lassen. Die Chancen stehen gut, dass genau das Gegenteil passieren wird. Denn eine extreme Partei, deren Wirken mittels Staatsämtern für gesellschaftsfähig erklärt wird, kann sich viel mehr erlauben als eine, die ausser Rang und Traktanden politisiert. Wer über Exekutivämter verfügt, der gehört dazu. Leider ist die SVP mittlerweile stark genug, diese Akzeptanz in grundlegende Veränderungen der Gesellschaft umzusetzen.

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«Den Vorwurf konkret beweisen»

Die Diskussion um Hemut Schebens Syrien-Analyse auf infosperber.ch und die Repliken (1, 2) von Philipp Löpfe geht in die nächste Runde: Der Zürcher Naturwissenschaftler Michael Graf hat die wichtigsten Aussagen in Schebens Text geprüft und kommt zum Schluss:

Die Herabsetzung Helmut Schebens als Putin-Troll erscheint diffamierend und haltlos. Philipp Löpfe müsste diese Beschimpfung zurücknehmen oder den Vorwurf konkret beweisen können. Alles andere sieht unter der derzeitigen Faktenlage sehr seltsam aus.

Sie finden Michael Grafs Text auf infosperber.ch.

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