Roger Schawinskis fanatische Jagd
nach dem Bösen in der Welt

«Verschwörung!» – so heisst Roger Schawinskis neues Buch. Es liest sich über weite Strecken als Kampfschrift, als persönliche Abrechnung – und ist weit entfernt von journalistischer Objektivität.

Hier finden Sie meine Rezension für die «Medienwoche».

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Was ist falsch an Philipp Sarasin?

Ich habe geschichtedergegenwart.ch meine Replik auf Philippe Wampflers Verschwörungstheoretiker-Text zur Publikation angeboten. Historiker Philipp Sarasin lehnte ab. Seine Begründung:

(…)

Wir bzw. ich habe mich in einem früheren Beitrag dezidiert zu Verschwörungstheorien geäussert. Wir sehen keinen Grund, auf diese Diskussion zurückzukommen.

Sarasin bezeichnet also einen eigenen Text als abschliessende Meinung zu einem Thema, das Menschen und Medien derzeit stark beschäftigt – Diskussion unerwünscht. Grund genug, diesen Text im Detail anzuschauen, auch wenn er bereits ein Jahr alt ist. Das Resultat: In «Was ist falsch an Verschwörungstheorien?» präsentiert uns Sarasin Pauschalisierungen und logische Fehlschlüsse zuhauf. Zudem verharmlost er staatliche Verbrechen. Sein Text ist exemplarisch für all den Anti-Verschwörungsbrei, den wir derzeit auf vielen Kanälen vorgesetzt erhalten.

Die Frage drängt sich auf: Was ist falsch an Philipp Sarasin?

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Mit Philippe Wampfler reden. Ein Protokoll

In einem Blogeintrag habe ich Philippe Wampfler für seinen Artikel «Mit Verschwörungstheoretikern reden. Ein Bericht» kritisiert. Ich protokolliere hier die anschliessende Diskussion zwischen uns, weil sie exemplarisch ist für Philippe Wampflers Verhalten, für seine selektive Wahrnehmung: Er pocht bei jeder Gelegenheit auf Wissenschaftlichkeit, wendet aber für sich selbst und seinen Umgang mit heiklen Themen nicht annähernd die gleichen Massstäbe an. Spricht man ihn auf diesen Punkt an, windet er sich wortreich.

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Philippe Wampfler:
Inquisition statt Wissenschaft

«Verschwörungstheoretiker» ist ein Kampfbegriff, ein Diffamierungsinstrument. Und wie die meisten dieser Begriffe, ist auch «Verschwörungstheoretiker» unscharf definiert. Ob Fachmann oder Laie, ob ehrlich bemühter Forscher oder Spinner, alle werden demselben Vorwurf ausgesetzt. Wer beispielsweise vermutet, dass hinter dem Mord an John F. Kennedy mehr steckt als ein verwirrter Einzelgänger, wird ebenso als Verschwörungstheoretiker bezeichnet, wie jemand, der glaubt, die Erde sei flach.

Das macht den Begriff eigentlich untauglich für einen ernsthaften Diskurs. Eigentlich. Denn gerade Journalisten und Wissenschaftler verwenden «Verschwörungstheoretiker» heute inflationär. Einer dieser Wissenschaftler ist Philippe Wampfler. Der Lehrer und Social Media-Spezialist hat sich, quasi nebenberuflich, auf die Auseinandersetzung mit Leuten spezialisiert, die er pauschal herabzustufen pflegt – eben als «Verschwörungstheoretiker» bezeichnet. Wampflers besonderes Interesse gilt dabei der weit verbreiteten Spezies des 9/11-Zweiflers, insbesondere dem Basler Historiker Daniele Ganser.

Wampflers jüngster Artikel «Mit Verschwörungstheoretikern reden. Ein Bericht» ist das Irritierendste, was ich bis jetzt von ihm gelesen habe. Irritierend, weil Wampfler erschreckend unwissenschaftlich vorgeht bzw. argumentiert – und damit genau das tut, was er anderen vorwirft. Er genügt seinen eigenen Ansprüchen nicht annähernd.

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Kurt W. Zimmermann: schlechter Stil
in der No-Billag-Debatte

GASTKOMMENTAR VON MICHAEL GRAF.
Er ist Atmosphärenwissenschafter. Zudem befasst er sich mit Medien und Kommunikation.

Die No-Billag-Debatte wird immer hitziger. Insbesondere Eric Gujers Leitartikel «Die Schweiz braucht keine Staatsmedien» hat viele Reaktionen und Kritik ausgelöst (u.a.: 1, 2, 3, 4, 5). In einem Tweet behauptet nun Kurt W. Zimmermann, Chefredaktor der Fachzeitschrift «Schweizer Journalist» und Kolumnist für die «Weltwoche», dass die No-Billag-Gegner persönlich werden und ihre Kontrahenten auf primitive Art und Weise diffamieren. Er schreibt:

Ich glaube, wenn man jeden SRG-Kritiker als niveaulosen Dummkopf diffamiert, so wie jetzt bei Eric Gujer, dann wird man sich am 4. März noch wundern, wie viele Dummköpfe es gibt in diesem Land.

Belege für die Behauptung, Eric Gujer werde als niveauloser Dummkopf diffamiert, liefert Zimmermann indes keine.

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Renato Beck: Manipulation
für Fortgeschrittene

Renato Beck ist Co-Redaktionsleiter der TagesWoche. Am 23. Oktober twitterte er:

Zwischenbilanz eine Stunde Ganser in Aarau. Der Mann ist vor allem eines: herablassend

Gemeint ist Historiker Daniele Ganser, der im Kultur- und Kongresshaus gemeinsam mit TV-Hypnotiseur Gabriel Palacios über «Manipulation durch die Medien – verdeckte Kriegspropaganda durch unbemerkte mediale Gehirnwäsche» sprach.

Auf meine Frage, wie die Bilanz des Ganser-Vortrags inhaltlich ausfalle, schrieb Beck:

Überverkauft, Vieles Quatsch, einiges interessant, einiges sehr befremdlich

Ich wollte wissen, weshalb es Quatsch oder befremdlich sei? Becks Antwort:

Ich schreib vielleicht noch was drüber. Z.B. seine Empfehlung, sich Infos bei Russia Today oder Ken FM oder Sputnik zu holen.

Inzwischen hat Beck seine Ankündigung wahrgemacht und den Abend mit Ganser in einem TagesWoche-Beitrag verarbeitet. Titel: «Der Manipulator». Leider macht Beck anschliessend genau das, was er Ganser vorwirft: Er manipuliert nach Belieben.

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Klimawandel: Sind Sie gekauft, Herr Feusi?

Der menschengemachten Erderwärmung bläst in Schweizer Medien zunehmend ein kalter Wind entgegen. Regelmässig erscheinen Texte und Kommentare, die sich kritisch mit den Fragen auseinandersetzen, ob es den Klimawandel überhaupt gibt und wenn ja, ob die Ursachen tatsächlich menschengemacht sind und/oder ob Politik und Presse vernünftig reagieren bzw. berichten, wenn sich Naturkatastrophen wie der Bergsturz im Bergell ereignen.

Selbstverständlich sollen Medien den Klimawandel bzw. den diesbezüglichen Stand der Forschung kritisch begleiten. Selbstverständlich sollen sie Wissenschaftler mit alternativen Ansichten konfrontieren, wenn diese fundiert sind. Und selbstverständlich darf, wer starke Argumente hat, in Frage stellen, ob der Klimawandel menschengemacht ist.

Starke Argumente finden sich in den diversen Artikeln der letzten Wochen allerdings nicht. Man wird den Eindruck nicht los, dass es vor allem um eines geht: Provokation und damit Clickbaiting. Der Klimawandel produziert nicht nur jede Menge Wetterphänomene, sondern auch jede Menge Hits auf den Websites der Medien – insbesondere, wenn der Anriss eine alternative Sicht der Dinge verspricht.

Mit Begriffen wie «Ökoindustrie» oder «Behördenpropaganda» wird in fast allen Artikeln suggeriert, der derzeitige Stand der Wissenschaft sei grösstenteils dem Lobbying der sogenannten Green Economy zu verdanken. Der Wissenschaft wird also nichts weniger als Bestechlichkeit vorgeworfen.

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Jan Flückigers Kehrtwende – oder
wie man Journalisten mundtot macht

Die SRF-«Arena» vom vergangenen Freitag hat hohe Wellen geworfen. In den sozialen Netzwerken wurde der Disput zwischen Moderator Jonas Projer und Historiker Daniele Ganser kontrovers diskutiert. Auch Jan Flückiger, Bundehausredaktor der NZZ, mischte mit. Er schrieb auf Twitter, es sei «unsauber, Leute, die Kritik an offizieller Version von WTC7 ausüben, pauschal als Verschwörungstheoretiker zu diffamieren».

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SRF-«Arena»: Unfairer Angriff
auf Daniele Ganser

Gastkommentar von Michael Graf. Er ist Atmosphärenwissenschafter am Geographischen Institut der Universität Bern. Zudem befasst er sich mit Kommunikationsmethoden im Bereich Wetter und Klima. Dieser Text ist in einer gekürzten Fassung bereits auf infosperber.ch erschienen.

In der SRF-Sendung «Arena» vom 24.02.2017 zum Thema «Trumps Krieg» kam es zu einem Eklat, wie man ihn unter der Moderation von Jonas Projer bisher nicht gesehen hat. Der Gast Daniele Ganser wurde mit unfairen Mitteln in einen scheinbaren Widerspruch verwickelt. Ich erläutere in diesem Kommentar, warum die Vorgehensweise der «Arena» in keinster Weise journalistischen Grundregeln entspricht und höchst fragwürdig ist.

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Christian Dorer zur USR III:
Nonsense und Drohungen

Der Ausgang der Abstimmung über die Unternehmenssteuerreform III (USR III) ist offen. Laut Experten wird es eng, sehr eng. Da kann jede gewichtige Stimme, die sich auf die eine oder andere Seite schlägt, den Unterschied machen.

Christian Dorer ist eine dieser Stimmen. In seinem ersten Kommentar als Chefredaktor der Blick-Gruppe hat sich Dorer diese Woche zur USR III geäussert. Er fordert uns auf, ein Ja in die Urne zu legen. Das ist nicht das Problem. Das Problem ist, wie er es tut.

Schon der Titel zu Dorers Text – «Kauft die Katze im Sack!» – stimmt wenig optimistisch. Was folgt ist eine Aneinanderreihung von Nonsense und Drohungen.

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