Zehn Geschichten zu 9/11:
8. Die «Beweise» gegen Osama bin Laden

Aus Anlass des 10. Jahrestags der Terroranschläge vom 11. September 2001 lesen Sie hier zehn kurze Geschichten, die Sie in den Leitmedien nicht finden werden. Es sind zehn Geschichten, die zeigen, wieso eine neue, unabhängige 911-Untersuchung nötig ist. Es sind zehn Geschichten, deren Wahrheitsgehalt Sie in zehn Minuten prüfen können.

Geschichte Nummer 8: Die «Beweise» gegen Osama bin Laden

Zu kaum einem Thema im ganzen Fall 9/11 gibt es so wenig überprüfbares Material wie bezüglich Osama bin Laden. Für seinen jüngsten Tod am 2. Mai 2011 in Pakistan haben wir ebenso keinen Beweis gesehen wie für die meisten seiner anderen Taten und Tode. Wir können den US-Behörden (und allen anderen Quellen) glauben oder es bleiben lassen.

In den Tagen nach 9/11 distanzierte sich Bin Laden mehrfach von den Anschlägen (1, 2, 3, 4, 5). Dann lobte er die Anschläge, ohne die Verantwortung zu übernehmen (1, 2). Überprüfbar sind diese Quellen leider nur beschränkt. Aber sie sind ebenso glaubhaft (oder nicht), wie die diversen Videos und Tonbänder (1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8), die in den nächsten Monaten und Jahren folgten und bin Ladens Schuld bewiesen. Drei unabhängige Quellen haben zum Beispiel das famose Geständnis-Video (1, 2) auf seine Echtheit überprüft. Das Resultat ist dreimal dasselbe: Die entscheidenden Passagen sind falsch übersetzt (1, 2).

Bleibt die Frage, wie Osama Bin Laden ohne den geringsten gerichtstauglichen Beweis als der grosse 911-Drahtzieher gelten kann? Zum einen sind da natürlich die «Geständnisse» des Chalid Scheich Mohammed (siehe Geschichte Nummer 9), zum anderen … zum anderen … Tja, zum anderen wurde Osama bin Laden von der US-Justiz offiziell gar nie für 911 gesucht.

Kein Witz. Auf der «Most Wanted Terrorists»-Liste des FBI werden Bin Laden nur die Bombenanschläge vom 7. August 1998 auf die US-Botschaften in Dar es Salaam, Tanzania, and Nairobi, Kenya, vorgeworfen (1). Kein Wort zu 9/11. Wie ist das möglich, wollte der Muckracker Report 2006 wissen (1, nicht mehr direkt erhältlich). Rex Tomb, damaliger Pressesprecher des FBI, antwortete:

The reason why 9/11 is not mentioned on Usama Bin Laden’s Most Wanted page is because the FBI has no hard evidence connecting Bin Laden to 9/11.

Ein wahrlich erstaunliches Statement. Auf die Bitte des Journalisten um Erklärung sagte Tomb:

The FBI gathers evidence. Once evidence is gathered, it is turned over to the Department of Justice. The Department of Justice than decides whether it has enough evidence to present to a federal grand jury. In the case of the 1998 United States Embassies being bombed, Bin Laden has been formally indicted and charged by a grand jury. He has not been formally indicted and charged in connection with 9/11 because the FBI has no hard evidence connecting Bin Laden to 9/11.

Starker Tobak. Klar, Rex Tomb und das FBI dementierten umgehend (1). Aber, Tombs ursprüngliches Statement steht – und auf bin Ladens Most-Wanted-Seite ist seit 2006 nur der Eintrag «deceased» hinzugefügt worden …

Angesichts der Faktenlage – Geständnisse unter Folter (siehe Geschichte Nummer 9) und falsch übersetzte Videos reichen einfach nicht für eine rechtsstaatliche Verurteilung – ist es verständlich, dass die USA Osama bin Laden versenkt und damit einen wichtigen Zeugen aus dem Verkehr gezogen haben.

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3 Kommentare

  1. peter
    Erstellt am 10. September 2013 um 11:20 | Permanent-Link

    Cool – officiell bereits 2006 verstorben (deceased), aber dann am 2. Mai 2011 offiziell von den US-Soldaten erschossen.

    Da weiß die rechte Hand nicht, was die Linke tut? Es wäre schön, vom 2. Mai 2011 einen Beweis zu bekommen, er da wirklich getötet wurde. Aber im „Beweise vernichten“ sind die USA echt Spitze. So schnell kann das keiner.

  2. Günther Zwahlen
    Erstellt am 9. Januar 2013 um 00:04 | Permanent-Link

    Die Weltöffentlichkeit hätte ein Recht auf eine zu beobachtende Aufarbeitung des Falles mit einem lebend gefangen genommenen Bin Ladin gehabt; wahrscheinlich hätten die USA sich diese Offenheit aber nicht leisten können . . . und andere Verbündete im Terrorabwehrkampf erst recht nicht!

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